Der Meyer-Struckmann-Preis, der im Jahr 2026 zum Thema "Institutionelle Resilienz" ausgeschrieben worden war, ging an den Philosophen und Wissenschaftstheoretiker Prof. Dr. Dr. Chrysostomos Mantzavinos.
Mantzavinos ist Professor für Philosophie an der Nationalen und Kapodistrischen Universität Athen. In seinem interdisziplinären Werk verbindet er Philosophie, Ökonomie und Sozialwissenschaften. Im Zentrum seiner Forschung stehen unter anderem die Entstehung und Funktionsweise von Institutionen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern – darunter auch der Institutionen der Wissenschaft. In seinen Untersuchungen erfährt das Verhältnis von Wissen, Werten und sich wandelnden gesellschaftlichen Strukturen besondere Aufmerksamkeit.
Institutionelle Resilienz umfasst die Fähigkeit gesellschaftlicher Institutionen, in Zeiten gesellschaftlichen Wandels mit ihrer Infragestellung umzugehen, sich anzupassen und funktionsfähig zu bleiben.
Mit der Auszeichnung würdigt die Meyer-Struckmann-Stiftung seine herausragenden Beiträge zur Erforschung von Institutionen und ihrer Bedeutung für gesellschaftliche und wissenschaftliche Entwicklungsprozesse. Mantzavinos zeigt mit seiner theorie-geleiteten und gleichzeitig anwendungsorientierten Perspektive, wie institutionelle Strukturen soziale und politische Stabilität ermöglichen, aber auch selbst flexibel auf gesellschaftliche Veränderungsprozesse reagieren und sich an neue Herausforderungen anpassen. Damit leistet seine Forschung einen wichtigen Beitrag zum Verständnis institutioneller Resilienz über die Grenzen einzelner Disziplinen hinweg.
Mantzavinos war zuvor unter anderem Professor für Volkswirtschaftslehre und Philosophie an der Universität Witten/Herdecke und Senior Research Fellow am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn. Er ist Mitglied der Academia Europaea und der European Academy of Sciences.
Die Preisverleihung findet im Herbst 2026 im Rahmen eines Festaktes an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf statt.
Chrysostomos Mantzavinos ist Professor für Philosophie an der Universität Athen. Er ist ordentliches Mitglied der Academia Europaea – The Academy of Europe, der European Academy of Sciences und der Académie Internationale de Philosophie des Sciences (AIPS). Weiter ist er Correspondent Etranger am Centre de Philosophie Contemporaine an der Sorbonne.
Mantzavinos ist der Autor von "Wettbewerbstheorie" (Berlin, 1994), "Individuals, Institutions, and Markets" (Cambridge University Press, 2001), "Naturalistic Hermeneutics" (Cambridge University Press, 2005), "Explanatory Pluralism" (Cambridge University Press, 2016), "A Dialogue on Explanation" (Springer, 2018), "A Dialogue on Institutions" (Springer, 2021), "The Constitution of Science" (Cambridge University Press, 2024) und Herausgeber von "Philosophy of the Social Sciences" (Cambridge University Press, 2009).
Vor seiner derzeitigen Tätigkeit in Athen hatte er den Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre und Philosophie an der Universität Witten/Herdecke inne (2004–2011). Außerdem lehrte er in Freiburg, Bayreuth und Stanford und war Senior Research Fellow am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn. Er war Visiting Scholar an der Harvard University (zweimal) sowie an der Maison des Sciences de l’Homme in Paris (zweimal) und Visiting Fellow am University Center for Human Values in Princeton. Außerdem war Mantzavinos Fellow am THE NEW INSTITUTE in Hamburg, Mercator-Fellow am DFG-Graduiertenkolleg "The Ethics and Epistemology of Science" an den Universitäten Bielefeld/Leibniz-Universität Hannover (2020–2024) und lehrte zudem an der Hertie School of Governance in Berlin. Er verfügt über zwei Promotionen, in den Fächern Wirtschaftswissenschaften und Philosophie, beide von der Universität Tübingen.