Der Meyer-Struckmann-Preis, der im Jahr 2014 im Themenfeld "Klassische Archäologie" ausgeschrieben worden war, ging an den 1946 geborenen Franzosen Alain Schnapp.
Schnapp ist Professor für Archäologie der Universität Paris I und war Leiter der Abteilung "Kunstgeschichte und Archäologie". Die Jury würdigt damit einen Wissenschaftler, der seit vielen Jahren Grundlagenforschung in Form archäologischer Grabungen mit wissenschaftlicher Recherche und herausragender schriftstellerischer Arbeit verbindet.
Schnapp habe, so die Jury, grundlegende Beiträge zur historischen Bildanthropologie in der Antike verfasst, die Ikonographie der griechischen antiken Darstellungen erforscht, bedeutende Ergebnisse zur archäologischen Stadtraumforschung und Stadtgeschichte im antiken Griechenland geliefert und mit seinen in zahlreiche Sprachen übersetzen Büchern zur Wissenschaftsgeschichte der Archäologie das Fundament für eine neue Perspektive auf dieses Fachgebiet gelegt.
Alan Schnapp sieht die Auseinandersetzung mit den Relikten der Vergangenheit im Zentrum menschlichen Denkens. Seine in viele Sprachen übersetzte Monographie "La conquete du passé" (deutsch: "Die Entdeckung der Vergangenheit") wird von der Fachkritik als "Wissenschaftsschmöker im besten Sinne" bezeichnet. Laut Prof. Dr. Bruno Bleckmann, Dekan der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Mitglied der Jury, sei keiner so gut wie Alain Schnapp als Preisträger geeignet, verbinde er doch die Spezialdisziplin der Ausgrabung mit der "Kunde von den alten Dingen". Auch der Vorsitzende der Meyer-Struckmann-Stiftung, Prof. Dr. Gert Kaiser, befand Schnapp als würdigen Preisträger im Sinne des Stifters Fritz Meyer-Struckmann.